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TheaterGrueneSosse gastiert mit dem Stück
„Die Tochter des Ganovenkönigs“ in Rüsselsheim



RÜSSELSHEIM - Zu Heavy-Metal-Klängen stürmt das vierköpfige Ensemble die Studiobühne, um dann jäh abzubrechen. „Wer von euch ist unter zwölf Jahre?“, lautet die Frage, woraufhin alle Hände in die Höhe schießen. „Das können wir nicht machen, zu brutal, haben das die Lehrer nicht gewusst?“, stellen die Schauspieler des „Theater Grüne Soße“ fest, worauf sich sofort Protest aus den Zuschauerreihen erhebt. Wer hinter dem Titel „Die Tochter des Ganovenkönigs“ eine simple Märchengeschichte vermutete, wurde am Dienstagmorgen überrascht, denn in der Aufführung ging es um weitaus mehr als „Gut und Böse“.
Julchen (Verena Specht) ist die Tochter des Ganovenkönigs (Horst Kiss), steht vor ihrem zwölften Geburtstag und somit vor jenem schicksalhaften Tag, an dem sie – genau wie ihre elf Geschwister zuvor – verkauft werden soll, denn Kinder, auch wenn es die eigenen sind, nerven den Ganovenkönig und seine Gattin (Friederike Schreiber) und werden deshalb zu Geld gemacht. Doch Julchen, die sich stets bemühte die Ganoveneltern zu respektieren, muckt auf und beschließt, sich ihrem Schicksal entgegenzustellen und sich von ihren Eltern rechtmäßig scheiden zu lassen. Dass es ausgerechnet der Richter (Willy Combecher) ist, der sie kaufen und nach Florida mitnehmen will, ahnt sie genauso wenig wie den teuflischen Plan ihrer Eltern, die Julchen ihr „goldenes Herz“ einfach herausschneiden wollen.

Erst am Ende klärt sich alles auf. Das Königspaar sitzt auf der Anklagebank und wird von dem gerichtet, der selbst genug Dreck am Stecken hat und tatsächlich zum neuen König des Reiches werden soll. Nur gut, dass es Julchen gelingt, ihre zuvor veräußerten elf Geschwister zurückzukaufen und glücklich ihr elternloses Dasein zu genießen.
Witzig, temporeich und interaktiv war die Aufführung, in der die Schauspieler abwechselnd in die Rolle der Akteure und der Erzähler schlüpften. Schon zu Beginn wurden die Fünftklässler mit einer für Kinder ungewohnten Thematik konfrontiert. „Kann es sinnvoll sein, sein Kind zu verkaufen?“, oder „Wer von Euch hat schlechte Eltern und möchte verkauft werden?“, lässt die Kinder zunächst lachen und dann stutzig werden. Im Laufe des Märchens, das mehr und mehr zur Kriminalgeschichte wird und sich immer wieder selbst unterbricht, um die Kinder zu Rate zu ziehen, bemerken die jungen Zuschauer, was sich hinter dem Geschehen auf der Bühne verbirgt.
Nach dem Jubel und den „Zugabe“-Rufen stellen die Schauspieler in einer „Nachbesprechung“ den Kindern die Fragen: „Lieber schlechte Eltern oder gar keine Eltern?“ und „Wer glaubt, dass es solche Eltern wirklich gibt?“. Die Antworten sind teils überraschend, denn nicht wenige der jungen Zuschauer wüssten Personen oder Institutionen, an die sie sich „im Ernstfall“ wenden könnten.
Ein sprachlich und inhaltlich starkes Stück mit vier großartigen Schauspielern, das auch die erwachsenen Zuschauer fesselte und sicher noch einige Zeit nachwirkt.

Von Daniela Ammar




MarburgerNews.de

Erfolgreicher Versuch

"Die Tochter des Ganovenkönigs" beim KUSS-Festival



Ein Erfolgsstück des Niederländers Ad de Bont brachte das Frankfurter "Theater Gruene Sosse" mit "Die Tochter des Ganovenkönigs" am dritten Tag der Kinder- und Jugendtheaterwoche (KUSS). Die ausverkaufte Aufführung am Dienstag (12. März) in der Studiobühne "Black Box" wurde von den anwesenden Fünft- bis Siebtklässlern begeistert aufgenommen.
Die Inszenierung begann mit einem Schockerlebnis. Die vier Schauspieler behaupteten doch tatsächlich, dass die versammelten Kinder nicht alt genug seien für dieses Stück.
Erst ab 13 Jahren sollte es okay sein, weil es doch um so schlimme Dinge gehe wie "Kinder verkaufen". Damit waren die überwiegend Zwölfjährigen aber gar nicht einverstanden und gaben das lautstark kund.
Ausgerechnet mit "Es war einmal...", mit dem so viele Märchen anfangen, begann das Stück dann doch. Schwupsdiwupss war man mittendrin im Leben der Tochter des reichen Ganovenkönigs, die Julchen genannt wurde.
Sie machte sich Sorgen, weil sie doch in wenigen Tagen ihren zwölften Geburtstag hatte und ihre Eltern sie dann abschieben würden ins Internat oder sonstwohin. Genauso wie ihre 11 Geschwister wollte sie nicht enden, sondern lieber kämpfen.
Julchen mit dem "goldenen Herzen" sagte also entschlossen "Nein", als ihre Eltern ihr ihre Pläne mitteilten. Als sie mitbekam, dass sie regelrecht "verkauft" werden sollte, ging sie zum Staat in Gestalt eines Richters und beantragte, getrennt von ihren Eltern leben zu dürfen.
Die folgenden turbulenten Verwicklungen waren eine famose Mischung aus Kinderkrimi und Märchen. Am Ende - nach Lügen, Verrat und Gesangseinlagen - gab's ein Happy End und eine Nachbesprechung, an der freiwillig die Hälfte der Zuschauer teilnahm.
Die Inszenierung von Sybrand van der Werf entfaltete durch Tempo, Witz und Interaktivität eine große Sogwirkung. Nicht nur war es eine handlungsreiche, spannende Geschichte; zudem wurden die Kinder an mehreren Stellen um persönliche Antworten auf brennende Fragen gebeten.
Die Schauspieler Willy Combecher, Horst Kiss, Friederike Schreiber und Verena Specht agierten mit großer Spielfreude und viel Können. Dass die "Ganoven"-Eltern sich gegenseitig häufig mit den tollsten boshaften "Kosenamen" beharkten, brachte die Zuschauer ständig zum Lachen.
Die Frage an die Kinder "Was ist schlimmer: Schlechte Eltern zu haben oder keine Eltern?" stand im Zentrum der Diskussion mitten im Stück und dann erneut bei der Nachbesprechung. Alle Antworten wurden so stehengelassen, wie sie geäußert wurden.
Ganz erstaunlich war, zu welchen Argumenten die Zwölfjährigen griffen und zu welchen Schlussfolgerungen sie teilweise kamen. Die Wachheit der sich offenkundig ernst genommen fühlenden Kinder führte dazu, dass sich ganz viele beteiligten und die lebhafte Debatte über 20 Minuten nicht abriss.
Nicht nur das Stück, sondern auch die 75-minütige Frankfurter Inszenierung ist hinreißend gelungen. Sie ist allemal einer der Anwärter auf den Preis des Festivals.
Jürgen Neitzel - 12.03.2013




Frankfurter Allgemeine Zeitung,

Goldenes Herz
Im Theaterhaus Frankfurt


Wäre es nach den jungen Zuschauern gegangen, hätte die Todesstrafe nicht genügt für jenen grausamen Königsvater, der seine Tochter schlachten wollte, um an ihr goldenes Herz zu gelangen. Aufhängen, kreuzigen, köpfen, ab in den Stachelschrank, in goldenen Stacheln sterben und vieles mehr fiel den kleinen Geschworenen zum Richterspruch ein. Dabei war der Richter selbst ein korrupter Ganove, der den illustren Fall für seine Beförderung brauchte. Im Theaterhaus Frankfurt gastiert das "Theater Grüne Sosse" mit einem düsteren Märchen von Ad de Bont.

Märchen waren schon immer grausam. Aber mit der "Tochter des Ganovenkönigs" hat der niederländische Bühnenautor ein Thriller-Märchen aus der Mitte unserer Gesellschaft verfasst. Es klang wie Hohn, als die vier Schauspieler mit "Es war einmal" anhoben, so nah und vertraut schienen die Figuren zu sein. Neureiche Eltern, verkaufte Geschwister, ein feiger bestechlicher Kommissar und ein karrierefixierter Richter, der sich am Menschenhandel beteiligt: damit muss ein gutherziges Mädchen erst mal fertig werden.
Friederike Schreiber, Verena Specht-Ronique, Willy Combecher und Horst Kiss erzählen die makabre Geschichte, schlüpfen in wechselnde Rollen und fordern die jungen Zuschauer zum Mitdenken auf.

Regisseur Sybrand van der Werf, der daheim in Holland auch Opern inszeniert, ist sich nicht zu schade für die Inszenierung anspruchsvollen Kindertheaters. Seine Inszenierung fragt nach Gut und Böse, nach Recht und Unrecht, Machtanspruch und Güte. Manches Kind ging naiv in die Falle. Wie jener Junge, der aus dem Publikum heraus lauthals "ich" rief, als nach einem Nachfolger für den bösen König gefragt wurde. Die vorbildliche Königstochter muss eine gepflegte und antiquierte Sprache so sprechen wie in einer Schiller-Tragödie, um sich von ihren vulgären Eltern abzuheben, die die Fernseh-Gosse imitieren? Jedenfalls ist die Aufführung ein starkes Stück - sprachlich wie inhaltlich.




FRANKFURTER NEUE PRESSE KULTUR

Vater und Mutter sind zwei Verbrecher

Das Jugendstück „Die Tochter des Ganovenkönigs“ in einer Fassung des Ensembles TheaterGrueneSosse hatte Premiere im Freien Theaterhaus.


Es wäre mal eine Überlegung wert, eine Scheidung von Kindern von ihren Eltern im Grundgesetz zu verankern. Julchen hat kurz vor ihrem 12. Geburtstag genug von Vater und Mutter, die sie nur tyrannisieren. Sie wollen ihren Reichtum durch Kriminalität und Korruption mehren. Der Vater (machohaft im braunen Anzug: Horst Kiss), ein menschenverachtender Gauner, ist für die Durchführung der Verbrechen zuständig. Die Mutter (Friederike Schreiber in der Aufmachung einer Edelprostituierten) besticht den Kommissar, der sich in den Fall einmischt. Dieser geldgierige Ermittler wird von Willy Combecher, mit Witz und Ironie dargestellt.
Die Geldgier des Polizeimannes ist indes so groß, dass er trotz hinterhältiger Anschläge auf sich immer wieder im Schloss des Ganovenkönigs erscheint. Julchen (Verena Specht- Ronique als koketter Teenager) hat bereits ihre elf Geschwister verloren und will sie zurück.

Dabei kann ihr ein goldenes Herz zunutze sein, das aber der Ganovenkönig begehrt und ihr aus dem Leib schneiden will.
Sybrand van der Werf hat diesen Märchenkrimi als interaktives Spiel inszeniert, bei dem die Besucher mitentscheiden dürfen, wie das Stück weitergeht. Der niederländische Autor Ad de Bont schreckt nicht vor üblen Kraftausdrücken zurück um das Ganovenpaar als verkommen zu zeichnen. Die nur angedeuteten brutalen Handlungen lassen dieses Stück als für Kinder und Jugendliche geeignet erscheinen.
Die Frage -Krimi oder Märchen? steht im Raum wenn der Richter Vater und Mutter zum Tode durch Köpfen verurteilt.





Viele Grüße von der Klasse 4c der Kirchnerschule.


Hiermit möchten wir uns ganz herzlich für die tolle Aufführung vom Freitag (02.11.12)
bedanken. Das Stück ,,Die Tochter des Ganovenkönigs“ hat uns ziemlich gut gefallen.
Jeder von uns hat deshalb eine "Theaterkritik" geschrieben, die wir euch zusenden möchten.

Eure Klasse 4c mit Klassenlehrerin M. Adalati

Und hier die Theaterkritiken:

Ich fand das Stück brutal, aber sehr gelungen. Es wurde sehr gut geschauspielt.
Es war auch eine sehr gute Geschichte. Es wurde so gut geschauspielt, dass man
dachte, es war echt. Ich fand es sehr gut, dass die 11 Geschwister wieder
zurückgekommen sind. (Malik N. )

Es war sehr toll, dass einige Schauspieler zwei Rollen übernommen haben.
Ich fand es lustig, dass der Kommissar dauernd gegen den Stromzaun gefallen ist. Der
Trick mit dem lila Sekt am Ende war auch ganz gut. (Mike W)

Mir hat das Theaterstück sehr gut gefallen weil es zur Hälfte ein Märchen aber auch Wahrheit war. Man wurde in das Stück sehr reinversetzt, so dass man auch mitspielte, wie im Gerlchtssaal, das fand ich sehr toll. Mir hat es gefallen, weil es nur vier Leute
waren die das Stück spielten. Auch die Frage, ob es besser wäre schlechte Eltern oder gar keine Eltern zu haben, fand ich gut. (Marc S )

Das Theaterstück hat mir gut gefallen, weil es sehr spannend war. Der Teil mit demgoldenen Herzen war sehr aufregend. (Josh H. )

Das Theaterstück "Die Tochter des Ganovenkönigs" hat mir sehr gut gefallen. Ich fand das Stück spannend und schön. Besonders die Stelle hat mir gefallen, als Julchen alle
Geschwister zurückgeholt hat. (Marie H. )

Das Stück fand ich sehr spannend. Die Schauspieler haben nicht zu leise gesprochen.
Das Stück würde ich jedem weiterempfehlen. (Charlotte S. )

Bei dem Stück habe ich gemerkt, dass meine Eltern mich respektieren müssen.
Ich fand es toll, dass man von drei Seiten auf die Buhne gucken konnte. Bei einigen Szenen fühlte ich mich nicht so wohl. Das Stück hatte kein Happy End. (Ruben L.)

Ich fand das Theaterstück toll. Alle haben gut gespielt aber Julchen hat am besten gespielt. (Humeyra C.)
Ich fand das Stuck gut weil es spannend war. Die Rolle der Tochter gefiel mir besonders, denn sie musste sehr mutig sein, weil sie ihren Vater angezeigt hat. Ich würde das Stück weiterempfehlen, weil es teilweise lustig war. (Pedro S. )

Ich finde es nicht gut, dass die Eltern von Julchen sehr schlimme Wörter gesagt haben. Ich musste an manchen Stellen auch lachen. Ich würde das Stück weiterempfehlen, weil es auch sehr spannend ist. (Angelina S. )

Ich fand das Stück gut, weil Julchen auch so richtig mutig war, Ihre Eltern zu verklagen und es geschafft hat Ihre Geschwister zurückzuholen. Es war auch toll, dass wir im Theater mitreden konnten, was passieren soll. (Yvonne B. )

Mir hat das ganze Stück gefallen. Besonders dass Julchen sehr mutig war und Ihre Eltern verklagt hat. Es hat mir nicht gefallen, dass die Eltern Julchen verkaufen wollten. (Diana P.)

Das Theaterstück ist sehr empfehlenswert. Die Schauspieler spielen hervorragend.
Es ist eine Mischung aus Märchen und Kriminalgeschichte was ich sehr gut finde. Man konnte dem Theaterstück sozusagen fünf Sterne geben. (Elisabeth R. )

Das war das schönste Theaterstück, das ich je gesehen habe. Die Schauspieler waren sehr nett. Es hat sehr viel Spaß gemacht. (Hauke K. )

Ich fand das Stück sehr lustig. Ich fand es gut dass die Schauspieler schnell die Rollen tauschen konnten. Den Trick mit dem blauen Wasser (Sekt) fand ich gut. Meine Klasse war zufrieden. (Angel O. )

Das Stück war schon ganz schön gruselig. Julchens Eltern waren böse und hartherzig. Sie begingen sehr, sehr viele Morde. Julchen ist mutig und beweist dies dem Richter. Julchen löst viele Probleme. (Aminata L.)

Im großen und ganzen war das Stück super. Das Stück ist nicht geeignet für Kinder unter der 4 Klasse. Es ist eines der besten Stücke die ich je gesehen hab. (Christina P.)

Ich fand dass zu viele Schimpfwörter vorgekommen sind. Die Geräusche waren witzig.
Ich fand es ekelig, dass am Ende manche mit dem Kopf des Ganovenkönigs Fußball spielen wollte. (Farnud A.)

Die Auswahl des Stückes durch unsere Lehrerin war gut. Die Schauspieler spielten viel mit dem Publikum. Bis auf Julchen waren es nur Gauner, die sehr böse waren denn sie
hatten kein Herz. Ich fand es gut. Auch die Kleidung der Schauspieler passte zur Rolle.Es waren vier Personen, die jedoch sehr viel mehr Rollen spielten. Solche Theaterstucke sollten wir öfters mal gucken. (Mathilda S. )